wer ist frau heidee?

heidees Anfänge

Begonnen hat alles mit einem winzig kleinen Schmuckstand auf einem Nikolausmarkt in Tecklenburg bei Osnabrück. Ich sprang als Lückenfüller ein und feierte schon nach wenigen Stunden meine ersten Verkäufe. Niemals hätte ich gedacht, dass sich so viele Menschen für meine handgefertigten Schmuckstücke interessieren. Ich produzierte am Stand vor Ort und in der Nacht noch nach, damit ich für den nächsten Tag überhaupt noch etwas habe, dass ich verkaufen kann. Dieses Nikolauswochenende im Jahr 2003 hat mich inspiriert. Ich habe weiter Schmuck gefertigt und weitere Märkte besucht und so mein Ausbildungsgehalt aufgestockt.
Zu der Zeit hatte ich mein Fachabi für Gestaltung schon abgeschlossen und mich für eine Ausbildung zur Raumausstatterin entschieden.

Über die Jahre habe ich viele verschiedene Ideen ausprobiert, wie z.B.: genähte Halstücher, Lesezeichen, Schlüsselbretter, Upcyclingtaschen. Ich habe Kurse gegeben, Kindergeburtstage veranstaltet und offene Workshops gehalten.

Manchmal muss auch mal eine Pause sein…

Während meines Textilmanagement Studiums in den Niederlanden, gab es eine kleine Zwangspause und ich besuchte nur einen Markt pro Jahr, den besagten Nikolausmarkt wo alles begann. Das Studium und mein Kellnerjob, hat das Meiste meiner Zeit beansprucht, zudem war es schwierig jedes Wochenende für einen Kunsthandwerker Markt in die Heimat zu fahren. Trotzdem gehörte mein kleines Hobby schon fest zu meinem Leben dazu, ich hatte viele Ideen und mein Traum nach einem eigenen kleinen Lädchen wurde immer größer.

Zusammen mit meinem Kumpel arbeiteten wir an meiner eigenen Webseite, es war der erste Versuch für ein professionelleres Auftreten. Wie so oft, war es bald schon Zeit für eine neue Version, es gab einen neuen Namen und einen neuen Look. Kurz bevor ich mein Studium beendet habe, wurde dann endlich heidee geboren.
Der Name ist ein Mix aus meinen zwei Spitznamen heidi und deedee und eine Erdbeere als Logo gilt meiner Vorliebe für Erdbeeren. Die Erdbeerzeit ist meine liebste Zeit des Jahres. Der Sommer wird eingeläutet, die Stimmung steigt, die Freibadsaison wird eröffnet uuund … Es gibt endlich wieder die leckeren süßen Früchte, die sich so wunderbar mit Eis und Schokolade verstehen.
Meine Geschwister haben mir dabei geholfen, mein Logo technisch umzusetzen und mir meine ersten „richtigen“ Visitenkarten geschenkt. (Vorher habe ich noch jede einzelne von Hand geschrieben.) Jetzt konnte es losgehen.

Die große weite Welt nach dem Studium

Im Sommer 2011 schloss ich mein Studium erfolgreich ab und ich war bereit in die Arbeitswelt einzusteigen. Das Schicksal hat dabei für mich entschieden, dass ich eine Stelle als Innenarchitektin in Würzburg annehme – 400km von meiner Heimat entfernt. Ich zog in eine WG und sammelte meine ersten Erfahrungen als Innenarchitektin. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit habe ich mich dann wieder mehr um heidee gekümmert, ging auf die Suche nach Design- und Kunsthandwerkermärkten. Puh gar nicht so einfach!

Als ich in der Heimat noch fast jedes Wochenende auf einen Markt gehen konnte, war hier das Angebot mehr als spärlich. Ich habe ein paar kleine Märkte ausprobiert und Kontakte gesammelt, aber es lief nicht so wie ich mir das vorgestellt habe. Weiterhin bin ich an Nikolaus in die Heimat gefahren, zu dem Markt, wo alles begann. So konnte ich mich vergewissern, dass ich auf dem richtigen Weg bin, dass meine Produkte bei den Besuchern ankommen.

Es blieb schwierig. Bis zum Jahr 2013 habe ich kaum eine Möglichkeit gefunden meine mit viel Liebe handgefertigten Produkte zu verkaufen. Ich fuhr immer wieder in die Heimat zurück um dort zumindest mal ein paar kleine Erfolgserlebnisse zu verbuchen.

Im August 2012 lernte ich meinen jetzigen Mann kennen „Herr heidee“ und mit ihm wuchsen auch meine demografischen Kenntnisse sowie die sozialen Kontakte. Wir probierten den ein oder anderen Markt aus, mal erfolgreich, mal nicht.

Wenn’s einmal läuft…

Gerade richtig in Würzburg Fuß gefasst, kam direkt wieder ein Schlag in mein Gesicht. Mein damaliger Arbeitgeber, wollte mich nach 2 Jahren nicht übernehmen. Im nähen Umkreis von Würzburg gab es leider nicht viele Alternativen für meinen Beruf als Innenarchitektin. Wieder stand ein Umzug an – nach Hessen. 200 km gen Norden – Cut!
Wieder musste ich von vorne beginnen, Kontakte knüpfen, Märkte finden… Dieses Mal sollte es für länger sein. Wir (mein Mann und ich) wollten ankommen, uns dort etwas aufbauen. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: Es dauerte keine 1 1/2 Jahre bis wir uns entschieden wieder zurück nach Würzburg zu ziehen.

Es war im Mai 2014, eigentlich ein wunderschöner Tag, bis mich die Nachricht erreichte, dass mein Vater einen schweren Unfall hatte und im Krankenhaus liegt. Den Ernst der Lage war mir zu diesem Zeitpunkt keineswegs bewusst. Mein Vater war schon so oft im Krankenhaus, irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen, dass er diesesmal nicht wieder gesund würde. Wir fuhren direkt in meine Heimat und im Krankenhaus angekommen, war mir plötzlich klar, dass die ganze Sache gar nicht gut aussieht – er starb 24 Stunden später. Der Schock meines Lebens. Ich war noch gar nicht bereit ohne Vater zu leben. Hatte noch so viele Fragen.

Die vielen Umzüge, so viele Neuanfänge und dann auch noch das. Soviel konnte ich nicht ertragen – ich bekam einen riesen großen Riss. Ich hatte mich verloren, und zwar so, dass ich gar nicht wusste, wo ich mich überhaupt suchen sollte. Wir wollten wieder bei Freunden sein, Menschen um uns herum haben, die wir kennen, die uns mögen und denen wir vertraut waren. Also wieder Umziehen, aber diesmal haben wir allein uns dazu entschieden, kein Arbeitgeber, kein sonstigen Verpflichtungen, weil wir es genauso wollten.

Die Kunst des Überschätzens

Es fühlte sich an wie ein Befreiungsschlag, endlich wieder Freunde mit denen wir uns abends oder am Wochenede treffen konnten. Ich war mir sicher, dass jetzt alles gut werden würde. Meine Wunden heilen können – ich die Trauer verarbeiten kann. Solch einen Schmerz habe ich das erste Mal in meinem Leben empfunden. Ich hatte keinerlei Erfahrungen damit, wie mein Körper und meine Seele damit umgehen können. Ich hatte die ganze Situation falsch eingeschätzt: Plötzlicher Verlust des Vaters, Umzug, neuer Job – das war eindeutig mehr als ich verkraften konnte. Da war es nicht verwunderlich, dass mein Körper und meine Seele streikte – Diagnose: Depression! Folge: Krank und ohne Job!
Während meiner ambulanten Therapie habe ich mich zusätzlich viel mit Meditation, Selbstfindung und positive Psychologie beschäftigt. Durch Zufall stieß ich auf ein Buch welches mir Ruhe mit Hilfe von Zeichnen versprach. Ich war total begeistert und zeigte es meinem Mann. Seine Antwort darauf war: „Ich schenke es Dir sogar, unter der Bedingung, dass du mindestens ein Bild malst.“

Meine neue Leidenschaft

Als ich Zuhause angekommen war, machte ich es mir sofort auf dem Sofa mit meinem Buch gemütlich. Ich war begeistert, so wie es meine Art ist, kamen mir direkt so viele Ideen in den Kopf, was ich alles mit dieser detaillierten Art zu Zeichnen alles anstellen könnte. Das war die Geburtsstunde von heidee, so wie Du es jetzt hier sehen kannst.

Angefangen mit einer Handvoll Designs auf Postkarten, ging ich auf meinen ersten Markt im Mai 2015 in Würzburg. Die Karten waren ein voller Erfolg und bestätigten mich darin, dass ich auf dem richtigen Weg war. Ich zeichnete und zeichnete, als Vorbereitung für die Märkte im Dezember und als Therapie für mich. Es gab noch viele Punkte an denen ich arbeiten musste, meine Seele war noch lange nicht gesund, aber ich habe etwas gefunden, wo ich mir Zeiten der inneren Ruhe einräumen konnte. Momente zu erschaffen, in denen ich mich in meinen Flowzustand versetze, meinen Kopf ausschalten kann.

Eine lange Auszeit

Nach meinem großen Auftritt auf dem Umsonst & Draußen Festival in Würzburg ging es für mich dann ziemlich direkt für 6 Wochen weg. Ich brauchte eine Reha. Es war ein Kompromiss zwischen klinische Therapie und amubulante. Ein Klinikaufenthalt wäre für mich zu dem Zeitpunkt schier unmöglich gewesen. Allein der Besuch in der Klinik schnürrte mir alles zu. Während den 6 Wochen habe ich zwar viel gezeichnet, aber ohne einen bestimmten Sinn. Ich habe sechs Wochen nicht wirklich an heidee gedacht. Wollte Abstand und mich vollkommen auf meine privaten Probleme und Ziele konzentrieren.

Es war eine sehr schwierige Zeit, es kam mehr wieder hoch, als ich eigentlich dachte und es wurde viel geweint. Aber ich war nach sechs Wochen so unglaublich zufrieden, die ganze Arbeit hatte sich gelohnt. Fühlte mich so glücklich wie seit ewigen Zeiten nicht mehr, hatte mein Selbstbewusstsein komplett aufgetankt. Und zum krönenden Abschluss erwartete mich Zuhause ein Brunch mit Heiratsantrag – unbeschreiblich! Ich war der glücklichste Mensch auf Erden, zumindest habe ich mich so gefühlt. 😉

Die neue frau heidee

Nach unserer wunderschönen Hochzeit konnte ich meine Gedanken wieder auf heidee richten. Ich experimentierte viel, dachte unglaublich viel nach, traf Entscheidungen und manchmal auch lieber keine. Ich wollte ganz viel, kannte nur meinen richtigen Weg noch nicht. Es hat jetzt insgesamt 2 1/2 Jahre gedauert bis ich nun ein durchweg gutes Gefühl habe. Klar, die Veränderung bedeutet auch wieder in gewisser Maßen einen Neuanfang, aber dieses Mal fühlt er sich gut an. Ich habe meinen Platz als frau heidee gefunden, weiß wo ich hin möchte und meine Vision klar vor Augen. Alles ist irgendwie stimmig.

Von nun an möchte ich zeichnen, Dir mit meinen Karten, meinem Schmuck und allem was mir sonst noch einfällt eine Freude machen, Dich mitnehmen in ein glückliches Leben. Schritt für Schritt die innere Ruhe finden und die kleinen Dinge des Lebens schätzen, positiv durchs Leben gehen.

Vielleicht möchtest Du mich auf meiner großen Reise begleiten, auf Instagram und Facebook kannst Du mir immer mal wieder über die Schultern schauen, erfährst was bei frau heidee so los ist und was es Neues gibt. Natürlich kannst Du auch meinen Blog abonnieren.

Ich freue mich auf jeden Fall, wenn wir uns wieder sehen. Lass es Dir gut gehen und mache viel von dem was dir gefällt.

Liebe und kreative Grüße,
Deine frau heidee

Ps: Hast Du schon meine freebies gesehen oder meinen aktuellen Blogbeitrag zu Kreativmärkten gelesen?

frau heidee Bilderreihe Judith Rasp