Was ist Glück + kann ich das beeinflussen?

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Wenn wir im Alltag das Wort >Glück< verwenden, dann ja meistens in einem zufälligen Kontext. Wir erfahren Glück oft, als etwas, das wir nicht beeinflussen können. Das Glück findet uns oder eben nicht. Das wäre dann auch ziemlich einfach, denn so können wir ja nichts dafür, dass wir nicht glücklich sind. Wir können es ja nun mal nicht ändern – oder doch?

Glück ist gleich Glück oder luck + happyness

Wir in Deutschland haben nur ein Begriff für das Wort Glück, während die englische Sprache schon mit 2 Wörtern Glück von Glück unterscheidet. Da wäre einmal >luck< für das zufällige Glück, welches im Außen liegt. Wie der 5-Euro-Schein auf der Straße. Und das Wort >happy< für das Glück, welches von innen kommt + mit starken Emotionen verbunden ist. Im Deutschen könnte man es als Glückseligkeit bezeichnen, ist aber ein doch eher vergessener Begriff, den wir kaum noch verwenden.

Das Glück, was von Außen kommt, ist ein eher kurzlebiges Gefühl. Davon zerren wir nicht lange, denn bald schon haben wir vergessen, dass es uns überhaupt widerfahren ist oder die Bedeutung lässt stark nach. Das emotionale, innere Glück ist allerdings langlebig. Daraus werden unsere schönen Erinnerungen gemacht, unsere Lebenseinstellung geformt  + unser Umgang mit  uns + anderen Menschen bestimmt. Dieses Gefühl von Glückseligkeit ist unser eigener Verdienst. Wir müssen regelmäßig dafür sorgen, dass wir glückliche Momente erleben. Auf einem schönen Erlebnis können wir uns nicht ausruhen, wenn wir nachhaltig glücklich werden möchten.

Und warum fällt es uns so schwer das Positive zu sehen?

Da können wir nun endlich mal nicht sooo ganz viel dafür. 😉 Das haben wir nämlich noch immer von unseren Vorfahren übernommen. Vor viiiiielen Jahren, war es nämlich überlebenswichtig auf Gefahren aus zu sein. Wir mussten immer auf der Hut sein, um bei Gefahr entsprechend reagieren zu können. Alles was negativ war, hatte Vorrang, damit wir den nächsten Tag noch erleben konnten. Denn wenn wir beim fröhlichen Beerennaschen, nicht auch immer nebenher noch Augen + Ohren offen hielten, hätten wir zwar ein paar köstlich süße Beeren verdrückt, aber wäre das auch unsere letzte Tat gewesen. Wir waren (oder sind es immer noch) darauf getrimmt, dem Negativen die meiste Beachtung zu schenken. Diese „Gabe“ ist aber heutzutage nicht mehr wirklich notwendig. Gerade wir hier in Deutschland leben schon sehr sicher. Hier laufen keine wilden Tiere herum + auch sonst brauchen wir uns nicht ständig fürchten, unser Leben zu verlieren. Wir können also ohne Gefahr das Schöne genießen. Heutzutage sind wir mehr, als Menschen die um das reine Überleben zu kämpfen. Die Parameter haben sich verschoben + unsere Aufgabe ist es, ein friedvolles + positives Leben zu führen. Wir wollen in der Welt etwas bewegen, uns nützlich machen. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir uns selbst darum kümmern, glücklich zu sein.

Ab jetzt trainiere ich das Glücklichsein, nur wie?

Also gut, wir sind also selbst dafür verantwortlich glücklich zu sein?! Aber wie funktioniert das denn jetzt? Wenn der Arbeitstag doch mal wieder so kacke war, wie soll ich denn da glücklich sein? Da kann ich dir schon mal den ersten Druck nehmen. Denn niemand auf dieser Welt ist 24/7 glücklich. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Meistens jedoch eher schlechte Minuten oder Stunden, auf die wir den ganzen Tag zurück blicken. Das wäre zum Beispiel schon mal eine Aufgabe, sich bewusst zu machen, dass nicht der ganze Tag mies war, sondern nur eine Situation. Am Besten versuchst du direkt, nachdem du dich wieder beruhigt hast oder die Situation vorüber ist, auch damit abzuschließen. Nehme diese Emotionen nicht mit in den weitern Tag. Hake es ab und sag dir „Shit happens“. Schaue dir dann etwas an, was dich positiv stimmt oder höre dein Lieblingslied, welches dich aufheitert. Nennen wir das Ganze den Glücksbreak. Eine kleine Pause, die diese zwei krassen Emotionen von einander trennt.

Als nächstes ist es sehr hilfreich, wenn du dir eine Sammlung anlegst mit Dingen die dich glücklich machen. Nehme dir dazu ein schönes Notizbuch + sammle dort alles, was dich positiv stimmt oder gestimmt hat. Denn du kannst darin auch deine schon erlebten Glücksmomente sammeln. Klebe ein paar schöne Erinnerungsfotos hinein oder zeichne ein kleines Bild dazu. Dieses Buch kannst du gerne immer bei dir tragen, so hast du deine Glücksquelle immer parat, wenn es gerade mal mies läuft. so kannst du dir entweder direkt etwas heraussuchen, was du direkt umsetzen kannst oder du schwelgst in schöne Erinnerungen, die deine Stimmung auch direkt wieder steigen lässt.

Hier ein paar Ideen, die dich in eine glückliche Stimmung versetzen:

  • Zur Lieblingsmusik durch den Raum tanzen
  • Im Auto laut mitsingen
  • Ein paar lustige Videos ansehen
  • Durch alte Bilder stöbern
  • Mit deinem Haustier schmusen oder spielen
  • Deinen Arbeitsplatz aufräumen
  • Ein paar Zeilen aus deinem Lieblingsbuch lesen (je nach verfügbarer Zeit)
  • Ein kleiner Spaziergang um den Block oder durch den Wald
  • Ein Bild bunt ausmalen
  • Einmal alles aufschreiben, was dich ankotzt + dann das Blatt zerknüllt wegschmeißen. Danach schreibst du auf, was heute schön war + wofür du dankbar bist.
  • Ein entspanntes Schaumbad
  • Fingernägel schön lackieren

Aber ich habe doch eh schon so wenig Zeit!

Für etwas keine Zeit zu haben, ist eine Frage der Priorität. Denn im Auto deinem Lieblingssong zu singen, unter der Dusche zu tanzen oder einem lieben Menschen eine Freude zu machen, geht fast schon nebenbei. Es müssen nicht immer große Ereignisse sein. Auch die kleinen Freuden im Alltag machen uns nachhaltig glücklich. Zeit ist also keine Ausrede mehr.

But first me! Wenn du glücklich bist, sind es die anderen auch!

Wenn du glücklich sein möchtest, dann ist der erste Schritt, dich + deine Bedürfnisse wichtig zu nehmen. Setze dich wieder an erster Stelle. Denn nur wenn wir gut drauf sind, können auch die Menschen glücklich sein, die uns am Herzen liegen. Wir  stecken mit unserer positiven Ausstrahlung die Menschen in unserer Umgebung an. Sie merken unsere Veränderung + fragen vielleicht sogar mal nach, was uns so strahlen lässt. Du wirst merken, dass dir vielleicht ganz neue Menschen begegnen. Denn wer glücklich ist, möchte sich auch mit positiven Menschen umgeben. Denen sind negative Menschen viel zu anstrengend + energieraubend.

Wenn wir uns also trainieren glücklich zu sein, werden uns auch viel mehr glückliche Momente + auch Menschen erreichen. Deswegen wollen wir auch das Glücklichsein üben. Denn je mehr schöne Momente wir uns erschaffen, desto positiver werden wir. Die Kleinigkeiten fallen mehr ins Gewicht, negative Erfahrungen geraten in den Hintergrund. Unsere Glückshormone werden auf Trab gehalten, was wiederum unser Immunsystem stärkt. Denn wie heißt es so schön:

„Tue deinem Körper etwas gutes, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen.“

Ich kann doch nicht immer nur an mich denken?

Und jetzt höre ich schon , wie du denkst: „Aber das ist doch total egoistisch!“ „Was ist mit meinen Kindern, die sollten doch an erster Stelle stehen?“ „Macht mich das nicht unsympathisch?“ „Seit wann ist Egoismus etwas gutes?“

Egoismus ist erstmal ein sehr negativ behaftetes Wort. Hier können wir aber deutliche Unterschiede zwischen  gesunden + ungesunden Egoismus machen. Wenn du dich gut um dich + deine Bedürfnisse kümmerst, hast du viel mehr Energie, die du bei der Hilfe für andere aufbringen kannst. Das nennen wir dann >gesunden Egoismus<. Das bedeutet aber nicht, dass du nur noch das tust, was du willst. Deine Empathie ablegst + dich nicht mehr für die Menschen in deiner Umgebung interessierst. Dich an erster Stelle zu stellen, hat mehr damit zu tun, auch deine Grenzen zu kennen. Dass du >nein< sagen kannst, wenn es dir gerade nicht passt. Dass du auf deinen Körper + auf deine Seele hörst. Denn grundsätzlich sind wir Menschen dafür gemacht, anderen zu helfen. Wir erleben dadurch große Glücksgefühle. Gebraucht zu werden ist eines unserer wichtigsten Bedürfnisse. Gefährlich wird es nur dann, wenn du dich dabei vergisst, andere Menschen dich ausnutzen, weil sie genau wissen, dass du >ja< sagst. Und wenn du ausgeglichen + glücklich bist, dann hast du auch wieder viel mehr Kraft + auch Zeit, dich um die Bedürfnisse anderer zu kümmern. Zuvor stressige Situationen nimmst du gar nicht mehr als solche wahr.

Mach dir immer wieder mal bewusst: „Es geht auch mal ohne mich.“ Klar ist es mit dir vielleicht einfacher oder schöner. Deine Familie oder Kollegen müssen sich weniger anstrengen, wenn du die Aufgaben erledigst. Aber sie kommen auch mal ohne dich klar. Das tut dir gut, weil du dir mal eine Auszeit nimmst + es ist auch gut für eure Beziehung, da jeder erkennt, wie wertvoll der andere ist. Also mach erst dich glücklich, dann kommt der Rest schon fast von allein.

Das Ende vom Lied

Uns würde es wohl nicht geben, wenn unsere Vorfahren den Fokus auf das Positive gelegt hätten. Doch haben sich die Zeiten geändert. Unsere Aufgabe ist nicht nur das schiere Überleben. Wir haben uns weiterentwickelt. Wir möchten etwas erreichen, wir möchten Spaß haben + wir möchten uns gut fühlen. Wir denken darüber nach, dass das Leben endlich ist + dass wir die Zeit sinnvoll nutzen sollten. Glück kann ein Zufall sein, aber vor allem liegt das Glück in unserer Hand. Wie glücklich wir sein wollen, können wir selbst bestimmen. Wir können unser Leben positiv gestalten + im besten Fall die Menschen, die wir lieben, damit anstecken. It’s time to become happy, now! Legen wir los.

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