Ich wollte nie wie all die anderen sein!

Kennst Du das auch? Dein ganzes Leben schon bemühst Du Dich anders zu sein. Oder vielleicht hast Du gemerkt, dass Du anders bist und es als Deine Aufgabe gesehen, dieses Image alle Ehre zu machen? Und dann irgendwann im Studium, in der Ausbildung oder der Arbeitswelt merkst Du, wie Du Dich immer mehr anpassen musst. Wie Dir Dein Chef sagt, wann Du wo und wie etwas zu tun hast, was Du musst und was nicht,…Dabei haben sie doch Dich gewählt. Sie haben Dich kennen gelernt, Dich genau unter die Lupe genommen.

Zwischendurch, wenn es mal wieder nicht so rund läuft und ich das Gefühl habe, dass mich wieder jeder diktieren will – kommen genau diese Gedanken in mir auf. Es ist fast wie ein Mantra für mich geworden. Manchmal schreie ich es laut und manchmal leise heraus. Verdammt noch mal! Es ist MEIN Leben. Wer ich bin und was ich will, das entscheide ich allein. Ich wollte nie wie all die anderen sein!

Ich will mich nicht in eine Form zwängen lassen. Zumindest nicht bei den Dingen, die mich ausmachen. Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich bin nicht für die absolute Rebellion. Klar es gibt Regeln, an die sollte man sich halten. Aber die Regeln, die wir in unseren Köpfen haben, sind längst nicht alle wahr. Die meisten machen wir uns selbst oder werden von anderen in unser Gehirn gepflanzt, uns anerzogen. Während unserer Erziehung oder später in der Schule oder Berufsleben. Viele sind gut, sogar wichtig, gerade wenn es darum geht, dass unsere Eltern uns auf die Welt vorbereiten. Aber nicht alle Regeln und Grenzen, die für uns als Kind wichtig waren, gelten auch noch im Erwachsenenleben.

Der Kampf um mich selbst!

postkarte Ich wollte nie wie all die anderen sein

Ich habe früher als Kind viel dafür getan, um nicht wie die anderen zu sein. Ich habe es mir nicht direkt ausgesucht. Meine Mitschüler haben mir diese Aufgabe quasi aufgelegt. Klar, war es am Anfang nicht leicht, ich wollte zu ihnen gehören. Aber im Laufe der Zeit, war mir klar, dass ich anders sein wollte. Ob es die Klamotten waren oder meine Art zu tanzen – ich wollte nie wie all die anderen sein. Ich war ich und nach der Realschule, kam dann auch endlich meine Zeit. Die Pubertät war überstanden und ich habe neue Leute kennen gelernt, Menschen, die mich genau wegen meiner Art mochten. Die mich akzeptiert haben, mich so gelassen haben, wie ich war.

Es hat sich gelohnt, dafür zu kämpfen anders zu sein. Und genau das, macht mich dann manchmal so wütend. So viele Jahre habe ich mich für mich eingesetzt. Fiese Zeiten überstanden und mich wachsen lassen, so wie ich war. Und jetzt kommt jemand da her und will mich ändern? Will mir sagen, wie ich mein Leben leben soll? Wie ich meine Arbeit zu tun habe? Natürlich, da sind wir wieder bei den Regeln. Auch da sind einige sehr sinnvoll, aber eben nicht alle! Ich bin seit Jahren in der Kreativbranche tätig und da gibt es nun mal so etwas wie eine künstlerische Freiheit. Man kann im Diktat nicht kreativ sein – ich zumindest nicht. Und wenn jemand meine beste Leistung möchte, dann brauche ich Freiraum. Es gibt Rahmenbedingungen, es gibt Zielsetzungen, aber wie ich diese Ziele erreiche, dürfte doch keine Rolle spielen.

Wenn das Denken nicht wär‘

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Das Problem, was in solchen Situationen oft zum Tragen kommt, ist das Spiel zwischen den Erwartungen und der Erfüllung. Im Studium hatten wir (fälschlicher Weise) ein paar Vorlesungen im Fach Kommunikation. Das was wirklich bei mir hängen geblieben ist, war die Aussage „Das größte Problem ist, dass die Menschen zu viel Denken“.

Gerade in Bezug auf Kommunikation passiert so viel in unserem Gehirn während wir etwas hören. Wir nehmen kaum bewusst war, was der gegenüber gesagt hat, sondern denken direkt schon mehrere Schritte weiter. Was er wohl meinen könnte, mit dem was er gesagt hat? Was er wohl gerne als Antwort darauf hören möchte? Während wir etwas erzählen, legen wir uns schon unsere Wunschreaktion des Anderen in Gedanken zurecht. Genau dadurch entstehen oft die Missverständnisse. Wir hören nicht richtig hin oder fragen nicht mal wirklich nach, wenn etwas unklar ist, sondern überlegen uns im Stillen, was er damit wohl gemeint haben könnte.

So ähnlich ist es auch mit den Erwartungen. Wir delegieren Aufgaben, kommunizieren nicht deutlich die Ziele und malen uns im Kopf schon direkt aus, wie wir es machen würden und legen uns das Ergebnis in Bildern zurecht. Mir persönlich fällt es selber ja auch immer wieder auf. Ich gebe Aufgaben ab und bin dann in gewisser Maßen enttäuscht, weil es nicht so aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe.

Du, du, du und was ist mit mir?

Wieso fällt es vielen von uns so schwer einfach zu akzeptieren? Wir können doch froh sein, dass uns jemand die Arbeit abnimmt und damit dürfte auch ganz deutlich sein, dass das Ergebniss dann auch die Handschrift des Machers trägt. Ich übe täglich, genau das anzunehmen, die Handschrift des Anderen. So sehr ich es nicht mag, wenn mir jemand vorschreibt, wie ich etwas erledigen soll, so wird ein Anderer auch nicht sonderlich begeistert davon sein. Und irgendwie wendet sich gerade das Blatt…hm.

Eigentlich ging es mir darum, dass es sich lohnt für sich selbst zu kämpfen und hinter seiner Art und Weise zu stehen, sich selbst anzunehmen und mit starkem Selbstbewusstsein SEIN Ding zu machen. Sich von anderen nicht verunsichern zu lassen. Aber wenn ich erstmal so im Schreibtunnel bin, da sprudelt es wie Wasser aus mir heraus. 😉

Das Blatt mit den 2 Seiten

Aber vielleicht ist es auch ganz schön, wenn man sich nicht immer nur aufregt, sondern auch mal reflektiert. Verhalte ich mich so, wie ich es von anderen erwarte? Einfach mal inne halten, die Pausetaste drücken und zu sich selbst zu schauen. Denn wie wir wissen hat alles 2 Seiten und wenn wir wissen, wie es auf der anderen Seite aussieht, flaut auch die Wut und Verunsicherung manchmal ab. Zu sehen, dass wir selbst auch noch an uns arbeiten können, dass auch wir nicht perfekt sind und uns Fehler im Verhalten mit anderen Menschen eingestehen können bringt das Gefühl von Verständnis zur anderen Seite mit sich mit. Ich wünsche mir, jeden Tag mehr von dieser Akzeptanz zum Anderen zu erfahren, aber auch annehmen zu können. Und zwar nich nur mir sondern auch Dir!

„Ich wollte nie wie all die anderen sein. Wer ich bin und was mit mir passieren wird, das entscheide ich allein!“ Und wenn Du jetzt denkst, irgendwie kommt mir das hier alles so bekannt vor: Diese Zeilen stammen aus dem Lied „Nur nach vorne gehen“ von der Band Broilers. Und ich kann Dir sagen, mit Kopfhörern und voller Lautstärke, macht es einiges mit Dir und motiviert unglaublich ganz fest an Dich zu glauben. Zack… und schon bin ich wieder infiziert. Ich mach dann jetzt mal das Licht aus und tanze allein mit meinen Kopfhörern in meinem Wohnzimmer herum. 🙂

Edit: Der Text ist einfach so unglaublich stark. Ich könnte einen ganzen Blogartikel nur über dieses Lied schreiben. 🙂

Wie geht es Dir?

Hast auch Du einen Kampf um Dich selbst überstehen müssen? Kämpfst Du noch ganz DU zu sein? Oder bist Du lieber jemand, der lieber gar nicht auffällt und froh ist, sich hinter anderen verstecken zu können? Vielleicht kennst Du auch einfach nur das Gefühl, nicht eigenständig sein/arbeiten zu können? Ertappst Du Dich sonst vielleicht auch in Situationen, wo Du Dich tierisch über das Verhalten einer Person aufregst, aber selbst gar nicht so viel „besser“ bist?

Lass es mich wissen. Ich bin super gespannt auf Dein Feedback, Deine Erfahrungen und Deinem Gefühl.

Pass auf Dich auf und sei so wie Du bist und wofür Du vielleicht auch kämpfen musstet. Lass es Dir gut gehen,
Deine frau heidee

Ps: Das ist eine Karte aus der neuen Kollektion „Nur nach vorne gehen!“. 🙂

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2 thoughts on “Ich wollte nie wie all die anderen sein!

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