Die Geschichte von Vergänglichkeit und Freiheit

Wie schön wäre es doch, wenn man alles einfangen könnte, was einem gefällt? Jeder trägt täglich ein Fischernetz mit sich herum und alles was schön ist, wird gefangen. Doch kann man wirklich alles für sich einnehmen? Wäre es nicht doch zu egoistisch? Was würde passieren, wenn sich jeder das nähme, was ihm gefiele?

Bild von Geschichte im NotizbuchEs ist schon sehr lange her, viele hunderte von Jahren. Damals gabe es einen alten Mann mit Glatze und weißem Bart, der hatte die gleichen Gedanken. Er konnte nicht genug kriegen von Besitz und Eigentum. Dieser alte Mann hatte alles, was man sich nur vorstellen konnte. Einen Palast, unendlich viel Gold, viele Frauen und starke Tiere. Truhen voll mit Schmuck und Räume bis zur Decke gefüllt mit Essen. Doch eines fehlte ihm noch. Er wollte, das alles auf der Welt ihm gehörte. So beschloss er, eines Nachts, als der Himmel klar war, mit seinem fliegenden Schiff zum Himmel hinauf zu fliegen. Er packte sein großes Fischernetz ein und schwebte davon.

Bei den Sternen angelangt, spannte er das Netz und fing alle Sterne ein, auch der wundervoll leuchtende Mond ging ihm ins Netz. Die Menschen auf der Erde waren über die plötzliche Dunkelheit erschrocken, konnten nicht glauben, was sie dort, hoch oben sahen.

Der alte Mann freute sich über eine neuen Besitztümer und flog bei Sonnenaufgang triumphierend wieder nach Hause zurück.

Nach wenigen Tagen schon, hatte er aber Probleme. Er war nicht mehr glücklich, konnte sich über nichts freuen und weinte fast jeden Tag heimlich vor sich hin. All seine Frauen nhatte er mit seiner miesen Laune vertrieben. Und nun saß er da in seinem riesigen Palast, mit Gold wovon er sich nichts mehr kaufen konnte, weil er alles schon besaß. Mit soviel Vorrat an Essen, dass er es niemals alles alleine aufessen konnte. Und mit den Sternen und dem Mond, die hier unten auf der Erde so unglücklich waren, dass sie gar nicht mehr leuchten konnten – wollten. Mit diesen wunderschönen Leuchtkörpern, die hier unten, gefangen auf der Erde, plötzlich gar keinen Sinn mehr machten.

Der alte Mann hatte nicht n ur seinen Mitmenschen den schönen Anblick und die Freude an einer sternklaren Nacht geraubt, sondern auch sich selbst. Monate vergingen, bis er endlich verstand, was seine Gier angerichtet hatte und was zu tun war. Als erstes musste er den Mond und die Sterne wieder zurück in den Himmel bringen.

Er wartete ganz aufgeregt, bis die Sonne endich unterging und er die weite Reise starten konnte. Stück für Stück brachte er jeden noch so kleinen Stern wieder an seinen Platz und auch der Mond war wieder Zuhause angekommen. Der alte Mann flog schnell wieder auf die Erde zu seinem Palast zurück, denn er hatet sich noch eine Wiedergutmachung ausgedacht.

Den ganzen Tag hat er zusammen mit seinem Koch in der Küche gestanden und leckere Speisen vorbereitet. Der Diener war damit beschäftigt, alle Mitmenschen einzuladen, bei Sonnenuntergang zum Palast zu kommen.

Im Garten waren zig Decken und Kissen verteilt und auf jeder Decke standen Krüge mit Getränken und Schalen mit frischen Früchten und dem zubereiteten Essen. Langsam trudelten die ersten Gäste ein und waren überrascht, was der alte Mann alles vorbereitet hatte. Er begrüßte jeden einzelnen freundlich und bat sie, sich ein schönes Plätzchen zu suchen.

Als dann die meisten Gäste eingetroffen waren, sprach der alte Mann zu den Menschen: “ Hallo alle zusammen, ich freue mich sehr, dass ihr alle zu mir gekommen seid. Ich möchte mich als aller erstes bei euch entschuldigen. Dafür, dass ich den Mond und die Sterne geklaut habe und dass ich so gierig war. Das möchte ich heute Abend wieder gut machen und ich wünsche mir, dass ihr meine Entschuldigung annehmt. Bitte schaut jetzt hinauf in den Himmel und genießt den Abend mit Speiß und Trank.“

Es war ein atemberaubender Moment. Nach und nach flackerten die Sterne am Himmel, wie Neonröhren, die gerade erst eingeschaltet wurden. Augenscheinlich mussten sich die Sterne erst wieder richtig einleben, Energie tanken.

Alle Menschen genossen diesen Abend und als alle Sterne wieder voller Kraft leuchteten, begann auch der Mond wieder zu leuchten. Er strahlte so hell, dass er die Gesellschaft durch die ganze Nacht begleitete.

Der alte Mann beobachtete die große Freude bei seinen Gästen und auch bei sich. Er hatte ganz verlernt, wie es sich anfühlt zu teilen. Welche Freude damit verbunden war. Ganz leise schlich er sich nun davon, überlies der Gesellschaft seinen Garten und erfreute sich an seiner wiedergewonnenen Erkenntnis.

Nach dieser Nacht wurder der alte Mann nie wieder auf diesem Grundstück gesehen. Aber ich bin mir scher, dass er für den Rest seines Lebens mit Glück erfüllt war. Das konnte ich an seinem Gesicht sehen, als er ging.

Woher ich das alles weiß? Ich bin das berühmte Mäuschen, das jeder von uns schon ein mal sein wollte.

frau heidee

Foto frau heidee nachdenklich

Wenn Euch die Geschichte gefallen hat, freue ich mich sehr über Euer Feedback, Eure Gedankenräusche. Ich wünsche Euch einen schönen Tag – genießt ihn.

Eure frau heidee

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